Denk nicht an gestern

Denk nich an gestern, denk nicht zurück,

du bist die Zukunft, du bist das Glück.

Denk nicht an Sorgen, denk nicht an Leid,

sei zum Genießen und Frohsinn bereit.

Denk nicht, was wäre, was könnte sein

trink nicht nur Wasser, trinke auch Wein.

Denk nicht dasselbe, wie´s andere tun,

du muß in deinem Inneren ruhn.

Denk nicht vom Leben, es wäre so schwer,

laß dich doch treiben, mal hin und mal her.

Denk nicht, es könnte viel besser auch sein,

die Fülle des Daseins lädt dich doch ein.

Denk nicht, das Schicksal behält dir was vor,

geh deinen Weg, und öffne das Tor!

Denk nicht, du fällst dem Vergessen anheim,

du bist ein Gedicht, du bist Gottes Reim.

(Helmut Kurz)

Der Schneck

15.03.16

...Jetzt in dichbelaubten Hecken,

Wo es still verborgen blieb,

Rüstet sich das Volk der Schnecken

Für den nächtlichen Betrieb.

Tastend streckt sich ihr Gehörne.

Schwach nur ist das Augenlicht.

Dennoch schon aus weiter Ferne

Wittern sie ihr Leibgericht...

von Wilhelm Busch

Wilhelm Busch

05.03.14 Sie war ein Blümlein hübsch und fein

Sie war ein Blümlein hübsch und fein,

Hell aufgeblüht im Sonnenschein.

Er war ein junger Schmetterling,

Der selig an der Blume hing.

Oft kam ein Bienlein mit Gebrumm

Und nascht und säuselt da herum.

Oft kroch ein Käfer kribbelkrab

Am hübschen Blümlein auf und ab.

Ach Gott, wie das dem Schmetterling

So schmerzlich durch die Seele ging.

Doch was am meisten ihn entsetzt,

Das Allerschlimmste kam zuletzt.

Ein alter Esel fraß die ganze

Von ihm so heißgeliebte Pflanze.